May 22, 2007

Frau Doktor, bitte ins OP

Der Gemahlin wurde am 21. Mai 2007 der Doktortitel von der Universität Maryland verliehen. Auf dem dunklen Bild ist zu sehen, wir ihr betreuender Professor Michael Dougherty ihr eine Schärpe anlegt, die das ganze offiziell macht. In Österreich ist Euer geschätzter Morgenpost-Redakteur somit ab sofort mit "Herr Prof. Dr. Dr. mult. habil." anzureden. Und der Kleine sowieso.

Posted by Chefredaktion at 10:15 PM | Comments (0)

May 20, 2007

Ein Tag im Park

Wir packen Baby, Kinderwagen und Proviant ins Auto und verbringen den Tag im "National Arboretum" hier in Washington -- einer Art riesigem Forschungs- und Lehr-Wald. Und das sieht so aus:

Haben wir wirklich "Lehr-Wald" gesagt?

Posted by Chefredaktion at 12:27 PM | Comments (0)

May 18, 2007

Sag beim Abschied leise "Servus"

Am Mittwoch den 17. Mai 2007 nachmittags stehen Präsident George W. Bush und der scheidende Britische Premierminister Tony Blair im Rosengarten des Weißen Hauses vor einer Traube Journalisten und zelebrieren ein letztes Mal Einigkeit und Freundschaft. Dies soll Blairs letzter Besuch in Washington sein, bevor seine Amtszeit Ende Juni endet. Noch eine letzte Frage vom BBC reporter, dann kehrt der einstige Star Europäischen Sozialdemokraten dem Weißen Haus den Rücken zu und läßt sich zum Militärflughafen chauffieren.

Währenddessen lässt Euer geschätzter Morgenpost-Redakteur ein paar Meilen weit weg in Virginia den Griffel fallen und macht sich auf den Nachhause-Weg. Mit seinem neuen Auto braust er den Arlington Boulevard (auch schlicht "Route 50" genannt) Richtung Osten, überquert die Roosevelt Bridge nach Washington, und passiert schließlich das Kennedy Center am Potomac.

Dann, am Watergate Hotel: Stillstand. Nichts geht mehr.

Eine rote Ampel, die vermeintlich für den Stau verantwortlich ist springt auf Grün, dann wieder auf Rot, ohne daß ich mich auch nur einen Milimeter von der Stelle bewege.

Als die Grünphase ein drittes mal verstreicht werde ich leicht säuerlich. Die Gegenfahrbahn ist längst leer. Ein Unfall?

Nach weiteren zehn Minuten des Stehens beschließe ich, die anderen Verkehrsteilnehmer kurzerhand zu erdolchen, und über den Randstreifen nach Hause zu rasen.

Dann sehe ich Blaulicht in der Ferne. Viel Blaulicht. Erst passieren ein dutzen Polizei-Motorräder, gefolgt von vier schwarzen Limousinen. Dann wieder Motorräder, dann ein paar Polizei-Autos, dann eine Art gepanzerter Lieferwagen und schliesslich der Grund meiner Verspätung: Ein Bentley mit der Britischen und Amerikanischen Flagge auf der Motorhaube.

Ich bin Zeuge von Blairs Abgang in den USA. Gerade will ich "Mach's gut Tony" rufen, da ist der Spuk vorbei.

Die Autos vor mir setzen sich langsam in Bewegung. Ich lege den ersten Gang ein und freue mich auf ein Schinkenbrot zum Abendessen. Bierdurst kommt auf.

Posted by Chefredaktion at 10:33 PM | Comments (0)

May 17, 2007

Alles neu macht der Mai

Das Frühjar 2007 entpuppt sich als Jahreszeit der Neuerungen: Sohn geboren, die Gattin wird offiziell zum Doktor gekürt, erstes Auto gekauft, neuer Job, fester Stuhl . . .

Womit wir beim Thema wären. Nein, nicht beim Stuhl, sondern beim Job.

Also, ich bin von Haus aus (genauer gesagt erst seit den letzten zweieinhalb Jahren) Nachrichten-Reporter. Ich grabe News aus, die oft nur schwer zu bekommen sind. Das ist mühsam, macht aber Spaß und ist äußerst befriedigend. Informanten in aller Welt neue Informationen zum Thema Raketenabwehr, Russischem Überschuß-Plutonium oder Irak zu entlocken ist zuweilen ein zähes Geschäft, aber wenn die Informationen einmal fließen -- oft unter strengem Quellenschutz -- kommen dabei ganz nette Stories heraus. (Wie an dieser Stelle bereits angekündigt, werden die gesammelten Werke dieses Reporters bald in einer Untersektion der Capital Morgenpost zu lesen sein.)

Seit ein paar Tagen habe bin ich Reporter bei einem recht großen Magazin, dessen Namen ich an dieser Stelle nicht nennen mag. Was heist groß. Kennen tut das in Deutschland niemand, aber mit über 200.000 Lesern (eigenen Angaben zufolge) und schicker vierfarb-Aufmachung ist der Titel ein paar Nummern größer, als das Insider-Blatt bei dem ich vorher meine Brötchen verdient habe.

Noch ist es zu früh, eine fundierte Aussage darüber zu machen, ob der neue Job gut ist -- obwohl ich das ständig gefragt werde. In den Worten des bald Ex-Premierministers von England, Tony Blair, würde ich sagen: "History will be the judge of that."

Was sich jedoch bereits abzeichnet ist ein Trend bei meinem neuen Brötchengeber, mehr oder weniger das Offensichtliche in Artikeln zu verpacken.

Wir werden weiter berichten, ob sich dieser erste Eindruck bestätigt.

Posted by Chefredaktion at 10:37 PM | Comments (0)

May 10, 2007

Mit Mops am Schreibtisch

Der Morgenpost-Redakteur sitzt nachmittags mit Gattin und Säugling beim Honda-Autohändler. Gerade haben wir einen Honda “Fit” zur Probe gefahren. Die Familie ist recht angetan, und wir spielen mit dem Gedanken, das Auto zu kaufen. Der Preis muss allerdings erst noch runter, sage ich zu Herrn R, dem Verkäufer. Herr R erklärt mir nun, warum das von uns beäugte Modell gut 1000 Dollar über dem Listenpreis liegt. Er würgt fünf Minuten verbalen Durchfall auf den Schreibtisch, hinter dem sein massiger Leib haust. Ich schalte auf Durchzug und schaue mir lieber den Filius an, der zu meinen Füßen in seinem tragbaren Autositz wild mit den Armen rudert. Hin und wieder schaue zu Herrn R hinüber und studiere, wie seine glänzenden Lippen sich bewegen.

Nach seinem Monolog schaut er mich und die Gattin fragend an.

Ich schaue zur Gattin. Ihr Blick sagt: “Ich habe Hunger.” (Seit der Geburt unseres Sohnes im März hat sie zu allen Tag- und Nachtzeiten ein gleichbleibend starkes Hungergefühl.) Ihr Blick sagt auch: “Laß uns gehen.”

Ich bitte den Mops, uns sein Angebot einfach aufzuschreiben, so dass wir zu Hause in Ruhe darüber beraten können. Der Mops will das nicht. Er holt lieber seinen Chef um uns noch on Ort und Stelle zu überzeugen.

Des Mopses Vorgesetzter ist ein öliger Schakal. Er nimmt neben Herrn R Platz und erbricht seinerseits zehn Minuten rhetorischen Stuhl aus seinem ausgemergelten Schakal-Bauch. Immer wenn die Gattin und ich denken, sein Gefasel hat ein Ende, kommt nochmal ein Nach-Würgen mit “Ich mag Euch echt" oder “heute läuft mein Geschäft nicht gut; deshalb mache ich Euch ein super Angebot.”

Die tausend Dollar geht er trotzdem nicht runter.

An dieser Stelle gurgelt es in der Windel des Sohnemannes. Der Kleine beginnt zu krähen. Wir empfehlen uns eilig, und lassen die Auto-Suhle hinter uns.

Am Nachmittag finden wir einen anderen Händler, mit einem besseren Preis. Nächste Woche holen wir den Wagen ab.

Posted by Chefredaktion at 12:24 AM | Comments (0)

May 4, 2007

Mehr Baby-Fotos!

Posted by Chefredaktion at 3:59 PM | Comments (0)