In Washington DC ist dieser Tage so einiges verboten. Ans Weisse Haus kommt man nicht mehr so dicht dran wie noch vor einem Jahr, der kleine Huegel um das Washington Monument ist seit einiger Zeit stets mit einem hohen Zaun umgeben, und Besucher des Kapitols sind allzeit unter der Beobachtung von Spezialeinheiten, die auf dem Dach Stellung bezogen haben. Wer Washington DC besucht sollte sich jedoch eine Sache ganz besonders hinter die Ohren schreiben: Im U-Bahn-Netz sollst Du nicht Essen oder Trinken. Und neuerdings sollst Du auch nicht Kauen. Wer erwischt wird, dem drohen Festnahme und Knast.
So landete kuerzlich eine 45-jaehrige Dame fuer ein paar Stunden in einer Zelle, weil sie einen Schokoriegel - dessen Verpackung sie uebrigens ordnungsgemaess vor dem Eingang in einen Muelleimer geworfen hatte - auf dem Bahnsteig zu Ende kaute. Einer Metro-Polizistin, die sie daraufhin zur Rede stellen wollte, murmelte sie ein "Haben Sie keine echten Verbrechen zu bekaempfen" zu. Die Beamtin hatte wohl gute Ohren und fuehlte sich auf den Schlips getreten. Sie legte der Verbrecherin flugs Handschellen an, drueckte sie gegen eine Wand, tastete sie nach Waffen ab, forderte Verstaerkung an und befoerderte sie in eine Zelle auf dem Revier. Dort kam die Schoko-Terroristin zwei Stunden spaeter nach Entrichtung einer Geldstrafe wieder frei. Hoehe des Bussgeldes: 10 Dollar.
Wir moechten der Dame nun zumindest ratgeberisch unter die Arme greifen und stellen die Frage: Was haette Sie mit dem Geld besser machen koennen?
P.S.: Die Gebaren der Metro-Police in diesem Fall repraesentieren uebrigens keineswegs den Geist der Washingtoner per se. Vor unserem geistigen Auge sehen wir schon die Flut der Spott-Artikel in der morgigen Washington Post.
Das Stigma haelt sich nachhaltig: Bush ist einer der anpackt, und Kerry ist einer der nachdenkt. In den Umfraegen zaehlt das Anpacken mehr. Bush hat sich ein wenig von Kerry abgesetzt; das Nachdenken geraet dem Senator aus Massachussetts zusehends zur Stimmenfalle. Warum ist Aktionismus hier offenbar so viel mehr wert als wohlbedachtes Handeln? Diese Frage tragen wir nun schon seit einiger Zeit mit uns herum. Und: Warum werden die beiden Tugenden als "mutually exclusive", also als sich ausschliessend betrachtet?
Der Parteitag der Demokraten im Internet. Hier gibt's Transkripte (und Videos) von allen Rednern.
www.dems2004.orgAlt-Praesident Clinton hat bei seinem gestrigen Auftritt als Schlussredner am ersten Tag der Demokraten-Konferenz diese Frage in einer geradezu historischen Rede auf den Punkt gebracht: "Strength and Wisdom are not opposing values". Zu deutsch "Staerke und Weisheit sind keineswegs kontrahierende Werte". Recht hat er, der Bill. Bleibt zu hoffen, dass die vielen unentschlossenen Waehler dies in den naechsten hundert Tagen vor der Wahl auch verstehen.
Clinton's Rede gibt's uebrigens auf der offiziellen Website (siehe nebenstehender Link) komplett als Video anzusehen. Sehr empfehlenswert!.
Das hat Seltenheitswert: Die Ueber-Suchmaschine Google ist platt. Jedenfalls fuer uns. Seit etwa einer halben Stunde antwortet www.google.com mit einer Fehlerseite und informiert uns darueber, dass Fehler Nummer -27 eingetreten sei. Fehler Nummer -27 ist uns leider nicht gelaeufig, doch wir nehmen an, dass es sich dabei um eine aeusserst diffizile Angelegenheit handelt. Immerhin sind dank ihm offenbar alle hunderfach redundanten Mechanismen ausgefallen, die die Server auch bei Erdbeben und nuklearen Katastrophen am Laufen halten. Wie dem auch sei, wir wollten gerade 10.000 Google-Aktien kaufen. Aber das lassen wir jetzt lieber.
Auch in etwas kleinerem Rahmen hakt's. Im Buero bekomme ich heute morgen staendig Emails mit Viren. Und ich muss angewidert zusehen, wie die Windows-Kiste, an der ich sitze, immer wieder darauf reinfaellt, dass die Viren-Attachments nicht wirklich das Datei-Suffix besitzen, das sie vorgeben. Oh, gerade bekomme ich eine Archivdatei zugeschickt, in der jemand "secret codes" versteckt hat. Gleich mal schauen, was das ist ...
Meine Cousine Juliane Sprenger im Internet:
www.juliane-sprenger.deWaehrend Euer geschaetzter Autor in Washington allenfalls in lockerem Tempo am Weissen Haus vorbeijoggt um nicht zu spaet zur Arbeit zu kommen, sprintet eine prominentere Vertreterin unserer Familie, Juliane Sprenger, in Europa ueber 100m Huerden. Und zwar so schnell, dass sie dies in Kuerze im Fernsehen tun wird: Bei den Olympischen Spielen in Athen. Herzlichen Glueckwunsch! Jule's Homepage gibt uebrigens Auskunft darueber, wie es bei ihr so laeuft.
Mit einer etwas anderen athletischen Leistung kam gestern der Bruder Eures geschaetzten Autors, Guido Sprenger, zu Ruhm und Ehre. Waehrend eines Kurzbesuches bei der Tour-de-France Etappe nach Alpe d'Huez lief er bei laufender Kamera - duerftig bekleidet und eine deutsche Flagge schwenkend - vor Jan Ullrich her, als der sich den Berg hinaufkaempfte. Der Ausschnitt lief live im ZDF als auch in Tagesschau und Morgenmagazin.
Die beiden nebenstehenden Fotos wurden vom Fernseher abfotografiert. Wir bitten, die Bildqualitaet zu entschuldigen.
Wer's satt hat, Euren geschaetzten Autor an dieser Stelle mit tumber Feder ueber belanglose Seichtigkeiten schreiben sehen zu muessen, den moechten wir einladen, fuer die Capital Morgenpost als Gastautor taetig zu werden. Den Anfang macht mit etwas Glueck demnaechst ein Designer mit dem oe-reichen Namen Joern Toellner. Wir sind gespannt.
Themenvorschlaege und Manuskripte bitte per email an morgenpost AT brandorphin DOT com.
West Virgina so etwas wie das Ostfriesland der Amerikaner. Der Legende nach haben alle West Virgianer die selben Eltern, wohnen im Wald, und sind in der Augen ihrer Landsleute "Rednecks". Jedoch, West Virginia hat den Demokratischen Senator Robert C. Byrd im Kongress sitzen. Als aeltester diensthabender Senator (Jahrgang 1917) hat die Stimme des Seniors einiges Gewicht. Immerhin hat er die Erfahrung, mit elf Praesidenten zusammengearbeitet zu haben. Gestern morgen war er bei Tim Russert's "Meet the Press" zu Gast um sein Buch "Losing America" vorzustellen. Das nahm er zum Anlass um in einer ungeahnt offenen Art ueber Praesident Bush und seine Fuehrungsriege zu poltern. Besonders mahnte er dessen permanentes Versteckspiel und die Geheimniskraemerei hinter verschlossenen Tueren an. "Das hat es selbst unter Nixon nicht gegeben."
Sehr lesenswert - Senator Byrds Interview bei "Meet the Press":
Sen. Byrd bei "Meet the Press"Allein, die Washington Post erwaehnt Byrds denkwuerdigen Auftritt in der heutigen Ausgabe mit keiner Zeile; nicht mal der Spiegel greift das Thema auf. Deshalb hier der Link zum Transkript bei NBC.
Gestern abend, 20:30 Uhr auf dem Dach unseres Apartment-Hauses: Die warme Abendluft fuehlt sich besonders angenehm an, und die weisse Kuppel des Kapitols strahlt roter als sonst in der untergehenden Sonne. Vor einer halben Stunde haben Amber und ich im Mini-China-Laden an der Ecke zur Feier des Tages einen Six-Pack Bier gekauft, der jetzt neben uns auf der Bank steht. Vor einer Stunde habe ich Amber mit der unverhofften Nachricht ueberrascht, und vor einer Stunde und zehn Minuten habe ich - noch unten an der Poststelle - mit fahrigen Fingern das Objekt aus einem Briefumschlag gerissen, das uns in den letzten zwoelf Monaten so unglaublich viel Kopfzerbrechen bereitet hat. Der achtzehnte Juli Zweitausendvier ist der Tag, an dem ich meine Green Card bekam.
Jeder muss mal aufs Klo. Und jeder erleichtert sich dort auf seine ganz persoenliche Art und Weise. Ich kann natuerlich nur fuer die Herren sprechen, aber ich glaube ich bin einer bahnbrechenden Erkenntnis auf der Spur: Ich vermute einen Zusammenhang zwischen den Variablen "Status in der Amerikanischen Buero-Hackordnung" und "Urinier-Gewohnheiten".
Nehmen wir beispielsweise den gestandenen Executive Manager; leicht angegraute Schlaefen, abgebrueht, ausgeglichen, hoeflich - eigentlich einer der unspektakulaereren und berechenbarsten Spezies am Pissoir. Er blickt kurz in den Spiegel waehrend er zur Schuessel schlendert, faehrt sich durchs kurze Haupthaar, und nimmt eine breitbeinige Pose vor dem "Urinal" (dem Amerikanischen Wort fuer Pissoir) ein. Er knoepft die Hose auf, zieht den Reisverschluss herunter, holt den Pimmel heraus, und haelt ihn - und das ist wichtig - mit einer oder zwei Haenden fest. Es verstreichen zwischen drei und fuenf Sekunden bis der Urin zu fliessen beginnt, begleitet von einem kaum hoerbaren Seufzer der Erleichterung. Wichtig: Die Augen sind in der Folgezeit auf den Pimmel und den austretenden Urin gerichtet. Ausser Plaetschern hoeren wir in der Schlussphase des Wasserlassens dann nicht mehr viel, denn der Herr ist in Gedanken schon in der naechsten Vorstandssitzung.
Ganz andere Gewohnheiten dagegen hat der "aufstrebende" Manager, der im Begriff ist, das Lager der grauen Buero-Mauese zu verlassen, und den Olymp der Halb-Entscheidungstraeger zu erklimmen. Er findet sich total super, kleidet sich in billige Anzuege, ist herablassend zu seinen Untergebenen, kriecht seinen Chefs in den Allerwertesten. Als er am Spiegel vorbeigeht, bleibt er kurz stehen, um sich zu vergewissern, dass die Frisur noch sitzt und der aufgepumpte Oberkoerper mit Bizeps und Stiernacken noch gut zur Geltung kommt. Einem herausgehenden Kollegen schlaegt er kumpelhaft auf die Schulter bevor er sich breitbeinig vor dem Urinal aufbaut und mit einem langen Ausatmen die Tatsache kundtut, dass er stets hart arbeitet und offenbar nur in der Nasszelle ein paar Minuten Ruhe bekommt. Er ueberspringt elegant das Oeffnen des Hosenknopfes und zieht statt dessen gleich den Reissverschluss auf. Aus dem Stoff seiner Unterhose wuehlt er den Pimmel hervor und haengt ihn laessig ins Pissoir. Und nun volzieht sich ein mir bis dato unbekanntes Ritual, das in wissenschaftlichen Kreisen Anlass zu einiger Spekulation ausloesen duerfte: Anstatt den Pimmel mit einer oder beiden Haenden zu greifen, stemmt der Herr einen oder gar beide Arme in die Hueften; UND: er sieht dem Akt des Wasserlassens keineswegs zu, sondern sieht sich im Raum um. Wenn Kollegen rechts und links neben ihm ebenfalls ihr Geschaeft verrichten, beginnt er ueber Sport zu reden. Anders als bei der ersten beschriebenen Spezies kommt der Urin bei ihm ohne jegliche Verzoegerung.
Entgegen aller Erwartungen tut der Herr sich im Zuge dieser freihaendigen Technik mit Wegschauen NICHT den ganzen Latz vollseichen. Warum? Ich theoretisiere an dieser Stelle einmal, das das Nicht-Oeffnen des Hosenknopfes hierbei eine wichtige Rolle spielt. Durch das Zusammenwirken von offenem Reissverschluss und geschlossenem Knopf wird ein Druck in der Textilstruktur um den Reisverschluss herum aufgebaut, der eine solide Rampe fuer den Aal garantiert, welcher somit sauber in das Urinal hineinragen kann. Faszinierend!
Sollte jemand Ideen haben, wie dieser Ergebnisse soziologisch zu interpretieren sind: Ich bin ganz Ohr.
I am confused. While ordering a burger at Burger King
seems
simple, it raises a few questions, mainly of a linguistic matter. You
see, the meals that Bk sells come in
different sizes. Three sizes, to be exact: "Medium", "Large" and - I
believe it's called - "King Size". To a degree, this nomenclature is
self-explanatory. It signifies a progressing size of
food. If you are hungry, you order a medium whopper meal, if you are
starving, you get a large. With the exception of the expression "King
Size", which is a BK generated term to signify the ultimate amount in
drink and fries, all words have their origin in a vernacular that
pertains to the concepts of size and amount per se. For consumers, this
has the advantage of simplifying the size selection process because they
are well acquainted with meanings of those terms.
It gets confusing, however, when you leave the realm of comparative meaning and look at the explicits of "medium". "Medium" suggests that the object to which this attribute pertains is the number two in a certain order of a common characteristic. It is - literally speaking - in the middle. Now, in the order of meal sizes at BK, medium is the smallest. There is nothing under "medium". If you want a measly little portion of fries and drink, you're stuck with odering a "medium". "Medium" has been hijacked by commercialism; it has been downgraded. In the Burger King context of things, it loses its status as a simple word for everyday consumers. It has become "Mediumtm". Talk about confusing.
The staff at BK are apparently well trained to deal with helpless
customers like myself. When I ordered a "small" Whopper meal the other
day, I got - in effect - a "medium". Interesting. The context automatically
shifts to some sort of "Plan-B", which is, "the customer wants a small
meal. Let's give him/her the smallest that we have."
And that happens
to be called "medium". Be that as counterintuitive as it may, It works perfectly.
You can understand why I get nervous when I order coffee at Starbucks. Not only does the coffee seller offer a mind-boggling variety of brews, they have also chosen to introduce a different nomenclature altogether. To complicate the process, some words in Italian have been thrown into the mix. I believe a large coffee is called "Venti". It is then when I pretend I speak only German. I just point. It's foolproof.
Vor ein paar Monaten ist er noch mit einem M16-Gewehr durch die Strassen von Bagdad und Falludscha patroulliert. Ein paar seiner Soldaten sind dabei ums Leben gekommen, er selbst hat die Tour unbeschadet ueberstanden. Heute, zwei Schreibtische von mir weg, sitzt Captain P. und gibt Zahlenkolonnen in einen Computer ein.
Captain P. tut das gleiche wie ich: die Suche nach einem permanenten Job versuesst er sich mit einem mehr oder weniger stupiden Buerojob. Bis zum April war er mit seiner leichten Infanterie-Einheit in Bagdad stationiert. Anschliessend war er als Security-Contractor, also privater Wachmann, fuer die Sicherheit einer Operation zur Wiederherstellung des irakischen Elektrizitaetsnetzwerkes eingeteilt. "Das gibt gutes Geld"', erzaehlt er mir. "Pro Monat koennen sich die Security Contractors etwa 18-25 Tausend Dollar in die Tasche stecken." Er selbst bekam allerdings nur 13. Als er Wind davon bekam, wo das Durchschnittsgehalt wirklich liegt, forderte er eine Gehaltserhoehung. Er bekam kein, und reiste prompt wieder in die Heimat.
Ich will wissen, wann er sich sicherer gefuehlt hat: Als Soldat oder als Contractor? "Als Contractor", antwortet er. "Dann kann man ich wenigstens so anziehen, dass man nicht gleich auffaellt." "Ausserdem", grinst er, "kannst Du als Contractor mit 180 Sachen (kmH) ueber die Strassen fahren und bist schwerer zu treffen." Soldaten haben dieses Privileg nicht. Bei einer Operation zur Aufspuerung von Minen und Sprengkoerpern am Strassenrand sind einmal drei Franzosen unter seinem Kommando erschossen worden. "Franzosen?", frage ich nach. "Ja", sagt er. "Das waren ganz komische Gestalten, ich glaube Fremdenlegionaere. Die waren auf einmal einfach da." Die drei waren sorglos aus ihrem Fahrzeug gestiegen, um eine Mine zu entschaerfen, da fuhr ein Kleinbus vor und streckte sie mit Maschinengewehrfeuer nieder. "So kann's gehen", sagt P. "If you don't pay attention, you're getting killed". Das "getting killed" sagt er so, als wenn man sich nicht warm genug anzieht, und einen Schnupfen bekommt.
Mitleid hat er vor allem mit jungen Rekruten, die ihm die Armee schickt. "Die sollten Maedels hinterherlaufen, und nicht diesen Krieg kaempfen." Er selbst ist jetzt reif fuer etwas stabileres. Nach Touren in Afghanistan und im Irak sucht er nun einen "nine to five" job. "Haeusschen kaufen, Kinder kriegen", so stellt er sich sei naehere Zukunft vor. Seine Militaererfahrung moechte er nun bei der DEA, der amerikanischen Drogenbekaempfungs-Polizei, zum Einsatz bringen. Gerade wartet er auf seine Klassifizierung zur Geheimhaltungsstufe Top Secret. Dann hofft er auf einen Job als Drogenfahnder in den Suempfen von Florida ("Die Everglades sind ein Riesen-Umschlagsplatz"). Oder aber, sagt er, ich melde mich als Aufklaerungs-Spezialist fuer die Vorbereitung eines eventuellen Einsatzes im Sued-Sudan.
Doch im Grunde sei er ein "Play-it-safe kind of guy", also einer der's lieber gemuetlich mag. Ich muss lachen und frage, was seine Freundin tut, wenn er auf Tour ist. Die studiert als angehende Professorin. In franzoesischer Literatur.
Plastik und furnierte Spanplatte? Nix da! Ganz gegen sonstige innenarchitektonische Gepflogenheiten hier in den USA ist mein neuer Temp-Arbeitgeber in Sachen geschmackvolle Einrichtung ganz vorn. Sich in der Kueche auf meiner Etage, der elften, eine Tasse Kaffee zu holen, ist ein Ausflug eine Welt von Glas, Parkett, gebuerstetem Edelstahl und Ahorn-Vollholz. Die futuristischen Kaffee-Automaten sind immer mit frischem Kaffee gefuellt, von dem man unter drei Sorten waehlen kann; kurzum - alles ist immer wie geleckt. Darueber hinaus gibt es eine - und ich kann mich an die deutsche Vokabel kaum entsinnen - Einrichtung zur Muelltrennung
. WAS? Ihr habt richtig gehoert: vier sauber beschriftete Behaeltnisse sind fuer Glas, Plastik, Aluminium und sonstigen Muell verantwortlich. Das schaut gut aus, zeugt von Umweltbewusstsein, erweckt gar einen kosmopolitischen, um nicht zu sagen Europaeischen Eindruck. Jedoch: Niemand schert sich darum. Jedweder Muell wandert schlicht in die naechstbeste Tonne. Da wird nicht eine Sekunde gezoegert. Weg damit!
Nun kann man zurecht einwenden, dass das clever ausgekluegelte Muelltrenn-System spaetestens dann ein jaehes Ende hat, wenn die gaenzlich Trennunngs-unbeleckten Muellmaenner die Tonneninhalte einfach wieder zusammenkippen. Doch aufs Prinzip kommt's an. Ausserdem: Die Muellmaenner kann man bekehren. Morgen frueh werde ich mich den Herren mal unterhalten. Ach, die kommen schon morgens um vier Uhr hier vorbei? Oh, dann never mind
. Ist ja auch egal.
Weg damit!
I think we should just trust our president in every decision that he makes and we should just support that.
B. Spears
Gestern wollten wir uns den Fahrenheit 9/11
im neuen E-Street Theather
ansehen. Jedoch, die Vorstellung um sieben Uhr war ausverkauft. Und die danach auch. Und auch die danach. Mit anderen Worten: Es war der Baer los. Und das eine Woche nach dem Start des kontroversen Streifens.
Vor dem Kino hatten sich - strategisch guenstig - Stimmenfaenger des Democratic National Committee
postiert, die auch den letzten Liberal
, der noch kein registrierter Demokrat ist, offiziell in den Club der Bush-Gegner aufnehmen wollten. Ob sie hin und wieder auch Republikaner, die den Film sehen wollen, in die Finger bekommen, will ich von der jungen Dame wissen. Jawohl, sagt sie, eine handvoll seien ihr schon begegnet. Die gingen den Film aber eher aus Neugier sehen. Und einmal sei ihr ein ganz Radikaler ueber den Weg gelaufen. Der ueberzeugte Moore-Hasser wollte dem gewichtigen Filmemacher partout kein Eintrittsgeld in den Rachen werfen. Drum kaufte er sich eine Eintrittskarte fuer einen anderen Film, schlich sich aber trotzdem in Fahrenheit
.
Man muss kein John Ashcroft sein, um zu wissen, dass das verboten ist. Wir empfehlen deshalb: Ab nach Guantanamo.
Mein naechstes Engagement ist in der Marketing-Abteilung einer der exklusivsten Anwaltskanzleien der Stadt. Gelegen an der prestigetraechtigen Pennsylvania Avenue
, gegenueber die Weltbank
, das Weisse Haus
in Steinwurfweite - hier residieren die Damen und Herren Staranwaelte in edlem Ambiente.
Und hier stehe ich vor einem ethischen Dilemma. Folgende Aufgabe ist zu loesen: Die Kanzlei benoetigt ein System, das es erlaubt, dynamische Firmen-Daten kurzfristig in verschiedenen Formaten verfuegbar zu machen. Ein Beispiel dafuer sind die Portfolios der einzelnen Anwaelte, die bei Projektauschreibungen dem Broschuerenpaket beigelegt werden.
Es gibt zwar eine Datenbank (Microsoft-Schmutz), auf die via ASP-Applikation (ASP-Schmutz) zur Generierung von online-Inhalt zugegriffen wird, doch wird die Datenbank fuer die darueber hinaus gehende Erzeugung sehr uneffizient (naemlich gar nicht) genutzt. Ich wuerde dringend zur Anwendung eines Datenbank/XML-basierten Systems raten, mit dem beispielsweise eine schnelle PDF-Erzeugung der benoetigten Dokumente im Batch-Verfahren moeglich ist.
Mein ethisches Dilemma ist nun, dass mit der Anwendung eines solchen Dokumenten- und Endgeraete-unabhaenigen Systems die Haelfte der Marketing-Abteilung entlassen werden koennte. Mich eingeschlossen.
Thank God it's Friday!