April 20, 2004

Wem gehört die kleine Nachtmusik?

Klaviersonate Takt 1

Futter für Pianisten. Klaviersonaten-Noten wie diese gibt's beim Mutopia-Projekt für umsonst.

Würde Mozart noch leben, würde er vermutlich seine Musik bei Napster feilbieten. Ihr seht schon. Ich bin ein wenig raus, was den gerade aktuellen Filesharing-Client angeht. Um so mehr drin bin ich aber zur Zeit in Sachen pianistischer Fitness. Will sagen: dieser Tage spiele ich sehr viel Klavier. [Anm. d. Red.: Was für ein armseliger Einstieg]

Allen Gleichgesinnten möchte ich das Mutopia Projekt ans Herz legen. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Noten, deren Copyright nach dem bedauerlichen Verbleichen ihrer Komponisten sozusagen verfallen ist. Auf den Webseiten gibt es eine Unzahl - oder Arsch voll, wie man im Ruhrgebiet so schön sagt - von Noten in hervorragender PDF-Qualität zum Herunterladen. Meist handelt es bei der Literatur um absolute Rohfassungen, also ohne jedwede Dynamik- oder Tempobezeichnungen. Diese wiederum unterliegen nämlich dem Eigentum der Verlagshäuser, die die Rechte an den Stücken erworben haben.

Und jetzt noch die Preisfrage:

Um welche Klaviersonate handelt es sich bei dem hier abgebildeten ersten Takt?

Posted by Chefredaktion at 2:50 PM | Comments (0)

April 9, 2004

Crisis management - Texas style

Another day of violence in Irak. And it's one of those times where I feel again that the media is only telling half the story, twice the story, or no story at all. And the news that does reach us is more than troubling.

The president has his own way of dealing with the crisis. As the Washington Post reports he is currently at his ranch in Crawford, Texas, where he showed the place to a group of leaders of hunting groups, including Wayne LaPierre Jr, who is chief executive of the NRA. He also gave an interview to Ladies' Home Journal.

After all, there is no crisis.

As a side note, according to a tally by CBS this is Mr. Bush's 33rd visit to his ranch since becoming president. He has spent all or part of 233 days on his Texas ranch since taking office. Adding his 78 visits to Camp David and his five visits to Kennebunkport, Maine, Bush has spent all or part of 500 days in office at one of his three retreats, or more than 40 percent of his presidency.

Posted by Chefredaktion at 11:08 AM | Comments (1)

April 7, 2004

Fototermin bei Frühlingswetter

Es wird Frühling in DC. Endlich. Als ich schon begann zu glauben, es wird gleich wieder Herbst, kommt die Sonne raus und es wird wärmer. Vor allem die Besucher des alljährlichen Cherry Blossom Festival wird's freuen. Und die kommen dieser Tage zu Trillionen in die Haupstadt. Busseweise werden Familien aus Kentucky, West Virgina oder Arkansas angekarrt, um an den Kirschblüten des Tidal Basin vorbei zu flanieren, durch die Smithsonian Museums zu hetzen oder um Onkel Fred mit Tante Sheila vor dem Capitol zu knipsen. Erkennen kann man die "Out-of-Towners" übrigens vor allem an ihrer Unfähigkeit, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen.

Das korrekte einführen des Ubahn-Tickets in die Eingangssperren bereitet dem Metro-Greenhorn erfahrungsgemäss die meisten Schwierigkeiten. Mehr als einmal habe ich mich für ganze Familien als Lotse bereiterklärt, nur um der sich bildenden Menschenschlange vor dem Eingang einigermassen Herr zu werden. Der Familienvater, der immer als letzter durchgeht, dankt mir dann immer überschwenglich und raunt mir zu You see, we are not from around here. Und ich lächle ihn an und sage I didn't think so. Welcome to DC, where the cherry blossoms are pink, the alerts are orange, and the .... An dieser Stelle gehen mir stets die Allegorien aus und ich laufe schnell weiter.

Wo war ich? Ach ja, endlich ist der Himmel mal wieder blau. So spazieren Amber und ich also über die National Mall - unter besagtem blauen Himmel - als mich ein Donnern den genau selbigen genauer betrachten lässt. Dass ich mir die Augen mehrfach reibe, ändert an dem folgenden Tatbestand nichts: Zwei Passagierflugzeuge fliegen da in aller Seelenruhe über die Flugverbotszone Washington. Oh! Die Apocalypse, The three Horsemen, Armaggeddon. Will ich gerade denken, als sich zwei Kampfjets wie aus dem Nichts mit einem Trudelmanöver hinter die beiden fliegenden Bomben hängen. Juhuu! Gebt's ihnen, Jungs

Fünf Sekunden später ist der Spuk vorbei. Die Flugzeuge verschwinden am Horizont. Ich ziehe die Schultern hoch und warte auf eine Detonation, womöglich nuklearen Ausmasses. Hunger packt uns. Wir erwerben einen Hot-Dog.

Heute morgen die Auflösungen des Endzeit-Spektakels in der Washington Post: Die Nationalgarde fühlte sich durch das schöne Wetter bemüßigt, einen Werbefilm zu drehen, um mehr Soldaten und Kampfpiloten anzuheuern.

Morgen schreibe ich mich ein.

Posted by Chefredaktion at 9:45 AM | Comments (0)

April 1, 2004

Wehe den Schmutzfinken!

roach

Helden gibt's hier so viele wie in keinem anderen Land. Und die Medien zelebrieren mit Begeisterung ihre Lieblinge. Doch wehe den Anti-Helden. Die werden geächtet. Öffentlich. So gibt es einmal die Woche eine Rubrik in der Beilage District Extra der Washington Post, in der Missetäter an den jounalistischen Pranger gestellt.werden. Genauer gesagt: Kulinarische Etablissements, die sich durch Missachtung von Hygiene-Vorschriften den Zorn (will sagen: Zwangsschliessungen) des Gesundheitsamtes zugezogen haben. Es folgen einige Beispiele. Guten Appetit!

  • Popeye's
    409 Eighth Street, SE
    Geschlossen am 24. März wegen Nicht-Vorhandenseins hygienisch geschulten Personals, Beweise für Ungezieferbefall, unsauberer Kontakt mit Lebensmitteln, schmutzige Arbeitsgeräte und Arbeitsoberflächen, und inadequate grundlegene Sanitäre Anlagen. Wieder geöffnet am 26. März.

  • Wendy's
    4240 Nannie Helen Burroghs Ave., NE
    Geschlossen am 25. März wegen schlechtem Zustand der allgemeinen Verrohrungen und sonstiger Klempnereien. Kein heisses Wasser. Wieder geöffnet am 26. März.

  • Chesapeake Bay Seafood House
    8321 Annapolis Rd., New Carrolton
    Geschlossen am 19. März wegen übergelaufener Kanalisation. Wieder geöffnet am 24. März.

  • Salina's Cafe
    8792 Sacramento Dr., Alexandria
    Geschlossen am 11. März wegen allgemeiner unhygienischer Bedingungen und Befall durch Ungeziefer und Nagetiere. Wieder geöffnet am 12. März.

Posted by Chefredaktion at 12:53 PM | Comments (1)