December 31, 2003

Bis zum nächsten Jahr

Für das kommende Jahr wünsche ich allen alles erdenkliches Gute. Im besonderen ist das: Dünne Knie, ganze Knie, morgens heissen Kaffee, gute neue Job-Anfänge, immer Roquefort im Kühlschrank, ausreichend Riesling im Keller, allzeit festen Stuhlgang, immer was Warmes zum Anziehen, und stets genug Durst. Vielleicht klappt es ja für den ein oder anderen von Euch ja einmal mit einem Besuch in D.C.

Also denn, bis die Tage. Wenn sich unter die Sylvesterknaller hier nicht eine Wasserstoffbombe der Terroristen geschlichen hat, melde ich mich in kürze wieder von gleicher Stelle.

Posted by Chefredaktion at 11:25 AM | Comments (1)

Am Jahresende

Das war 2003. Die Fülle der Dinge, die sich in den vergangenen 365 Tagen ereignet haben, macht schwindlig. An was werden wir uns in in zehn Jahren erinnern? 2003: Das Jahr, in dem der zweite Irak-Krieg stattfand? Das Jahr der Terrorangst? Das Jahr, in dem Saddam Hussein geschnappt wurde? Wahrscheinlich an alles, ein bischen. Ich persönlich allerdings werde 2003 in angenehm unpolitischer Weise in Erinnerung behalten. Dies ist das Jahr, in dem Amber und ich geheiratet haben. Und da kann kein Saddam, kein Bush, kein Schröder mithalten. Nicht einmal das INS.

Posted by Chefredaktion at 11:11 AM | Comments (2)

December 20, 2003

Goethe's Deutsch in neuem Gewand

Wer von Euch nächste Woche die beiden Washingtoner Szenezeitungen Washington City Paper oder Hill Rag aufschlägt, der bekommt meine neue Anzeige für die Sprachabteilung des hiesigen Goethe-Institus zu Gesicht. Ein Lob an dieser Stelle an die Mitarbeiter des Instituts, die so mutig waren, sich sofort dazu begeistern zu lassen, ihre bisheriges Material gegen meinen Entwurf auszutauschen.

Posted by Chefredaktion at 1:16 PM | Comments (4)

December 9, 2003

Gute Laune aus dem Lautsprecher

Die tiefe Singsang-Stimme des Ubahn-Fahrers gluckst vor Freude als wir im Begriff sind, kurz vor Union Station, unter die Erde zu schiessen. Im Angesicht der letzten Sonnenstrahlen vor dem Tunnel macht er eine ungewöhnliche Durchsage: "Dear customers, look at this great sunlight on this beautiful late Indian Summer morning. What a great day to be alive!" Die Passagiere schauen sich verdutzt an und müssen lächeln. "Next station: Union Station", sagt der Mann als nächstes - diesmal wieder in dem monotonen Genuschel der Zugführer. Hier steige ich lächelnd aus und mische mich in die Hektik des Bahnhofes.

Tatsächlich ist heute ein guter Tag. Und zwar gleich doppelt. Zum einen, weil meine Mutter heute Geburtstag hat. (Leider können Amber und ich heute nicht mitfeiern, aber das holen wir nach.) Sie wird heute fünfunddreissig. Und zum anderen, weil gestern unser erstes Weihnachtsgeschenk aus der Heimat per Luftpost eingetroffen ist: Eine BVB-Anstecknadel für's Revers. Gesendet von einem gewissen Herrn Koller. Jippie!

Posted by Chefredaktion at 3:26 PM | Comments (2)

December 6, 2003

Amber Invites

The holidays draw near, and Sebastian and I are missing Germany, especially friends and family there. So I would like to invite you all to come visit us. If you already have plans for Christmas and Sylvester, set aside a date in January or February when you can come join us in this crazy country. I am thinking especially of Ossi, Thomas, Marcus & Silke, Marlies & Axel, Guido, Jens, Arno, Schroedi, just to name a few who I can think of (I am sure Sebastian would think of others). We will show you all the best of DC, and then some. You'll stay at hotel Sprenger. So you won't need much. Well, some thirst would be good.

Posted by Amber at 11:51 AM | Comments (3)

Don't eat yellow snow

Das Klische ist nicht neu. Wenn Amerikanische Entertainment-Fernsehsendungen in deutscher Übersetzung über die Bildschirme flackern, dann denken wir, die dort lachenden, quietschenden und völlig überdreht wirkenden Moderatoren hätten einmal zuviel an dem vorweihnatlichen Töpfchen mit den Spassdrogen genascht. Mit der Zeit gewöhnt man sich an die lautstark vorgegaukelte Glückseligkeit, auch weil die "Nachrichten", die die Moderatoren-Teams in Ihrer grenzenlosen Lustigkeit verlesen, in ihrem Inhalt so entsetzlich unerheblich und seicht sind, dass man beinahe mit den Sprechern Mitleid bekommt und Ihnen am liebsten noch eine ordentlich Dosis Spass-Serum spritzen möchte.

In den letzten Wochen geisterte vor allem Zombie Jackson, der angeblich kleinen Jungs sein Zombie-Gehänge präsentiert haben soll, von morgens bis abends durch die Sendungen. Dieser Tage bekommt Jacko jedoch eine Pause gegönnt: Der erste Schnee ist nämlich gefallen. Und das ist den News-Machern -- gerade hier in der Hauptstadt -- ganze Dauer-Liveschaltungen wert.

Man sollte meinen, dass die Faszination der Washingtoner mit Schnee durch den Jahrhundertwinter im letzten Jahr zumindest ein wenig abgemildert ausfallen würde. Doch nein, jede noch so kleine Flocke wird ausgiebig diskutiert und kommentiert. Aus allen Ecken der Stadt und Umgebung melden sich live Reporter und zeigen vor allem eins: Schnee. Schnee auf Strassen, Schnee auf Autos, auf Briefkästen, auf Bussen und auf Bäumen. Und das umsäuselt von der publizistisch sauber recherchierten Kernbotschaft "Es hat geschneit". Das ist Infotainment. Aber damit nicht genug, die eifrigen Journalisten geben nützliche Tips, wie man denn diese ernste Situation am besten meistert.

Aus einer Stunde Frühstücksverdummung heute morgen habe ich einmal die nützlichsten Hinweise extrahiert. Nun also, Euer untergebenster Autor live aus Downtown Washington DC, mit wichtigen Tips zum Thema Schnee:
  • Schnee ist weiss
  • Wenn Sie mit dem Auto fahren, behalten Sie im Hinterkopf, dass andere eventuell auch mit dem Auto unterwegs sein könnten
  • Es ist recht kalt draussen
  • Der Tip mit dem Auto gilt übrigens auch, wenn es nicht geschneit hat
  • Die Polizei vermeldet: "Fahren Sie vorsichtig. Es hat geschneit"
  • Schnee ist nicht stumpf, er ist glatt
  • Es hat geschneit
  • Schauen Sie mal raus. Es liegt Schnee
  • Die Situation ist sehr, sehr gefährlich
  • Rette sich wer kann!
Posted by Chefredaktion at 11:27 AM | Comments (0)