December 31, 2002

Kurz vor Toresschluss

Heute ist der letzte Tag des Jahres. Das wurde mir heute frueh in der U-Bahn erst so richtig ins Gedaechtnis gerufen. In der Anfahrt auf die Station “Fort Totten” machte sich eine dunkelhaeutige Dame daran, Ihre Sachen zusammenzusuchen und dem Ausstieg entgegenzusteuern. Nachdem die Bahn ruckartig zum Stillstand gekommen war oeffneten sich die Tueren mit der ueblichen “Doors opening”-Ansage und die korpulente Frau wackelte ueber die Schwelle auf den Bahnsteig. Sie liess es sich jedoch nicht nehmen, den Mitreisenden des Wagens - die allesamt muede dreinblickend diversem Lesewerk froenten - mit ihrer dunklen Singstimme ein schallendes “God Bless You All. Have a Happy New Year” in den Wagen hineinzurufen bevor sich die Tueren wieder hinter ihr schlossen. Verschlafen murmelten einige Leute ein “You too” zurueck nachdem sich die allgemeine Verdutztheit gelegt hatte. Aber das hoerte sie schon nicht mehr.

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December 30, 2002

Im Westen immer noch nichts neues

Derzeit koennte es in der Agentur nich zaeher sein. „Zwischen den Tagen“, so heissen der 30 und 31. Dezember zwischen Weihnachten und Neujahr bekanntlich bei uns. Und so fuehlen sie sich auch an. Irgendwie dazwischen. Denn von den Kunden arbeiten die meisten heute nicht, und auch die Schreibtische hier haben sich merklich gelichtet. Und die wenigen hiergebliebenen bewegen sich allenfalls im Zeitlupentempo. Mich eingeschlossen. Da kommt man dann dazu, endlich mal den Schreibtisch aufzuraeumen oder die Rechnungen fuer den Jahresabschluss ins Reine zu bringen. Was mir in diesen Tagen bleibt, ist mich genau solcherlei Angelegenheiten zu widmen, einige liegengebliebene Dinge abzuarbeiten und die neuesten Geschehnisse aus Deutschland via Internet nachzulesen.
In Stunden wie diesen werden alltaegliche Kleinigkeiten zu Grossereignissen: Gerade habe ich meine erste offizielle an mich adressierte Arnold-Post bekommen; naemlich eine Rechnung ueber siebenhunderteinundfuenzig Dollar fuer diverse neue Fernsehspots und Print-Anzeigen von Konkurrenten, die ich fuer unsere Analyse geordert habe. Das Material werde ich mir jetzt mal in aller Ruhe zu Gemuete fuehren und danach eingehend analy... gaehhhhn ... sieren. Verzeihung.

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Im Westen nichts neues.

So, die Weihnachtsfeiertage sind vorbei. Leider kam ich waehrend derselben nicht dazu, mein virtuelles Tagebuch vollzuschmieren da die Internet-Verbindung bei Ambers Eltern „inne Fritten“ war, wie man bei uns im Ruhrgebiet so schoen sagt. Wer nun glaubt, die Feiertage haetten eine Menge aufregendes und berichtenswertes mit sich gebracht, der irrt. Jedenfalls faellt mir im Augenblick nichts sensationelles ein. Es gab reichlich Essbares, ein paar Geschenke, unglaublichen Trubel in den Einkaufs-Kounsumtempeln, weisse Weihnacht, lecker Bier, zuenftige Ork-Gemetzel, wehmuetiges Schmachten beim Gedanken an die delikaten Weihnachts-Gourmet-Gelage bei meinen Eltern, Aufatmen und Nachdenklichkeit nach einem Telefonat mit einem verletzten Freund, und unendlichen Dilletantismus-zur-Schau-stellen beim Pool und Bowling spielen. Jetzt bin ich wieder in Washington. Und das ist gut so.

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December 24, 2002

*** f R O H E W E I H n A C H T E n ***

Schoene Feiertage an alle! Waehrend Ihr jetzt gerade wahrscheinlich wie die Tiere mit fahrigen Klauen Geschenkpapier auffetzt oder Euch mit fettigen Fingern schmatzend die siebte Gaensekeule in die wulstigen Gesichter drueckt, sitze ich noch auf der Schicht. Die Amis feiern Weihnachten eigentlich erst morgen, deshalb. Zu allem Ueberfluss ist auch noch das Licht ueber meinem Arbeitsplatz ausgefallen, so dass ich hier mehr oder weniger im Halbdunkel hause. Aber was solls. Ich werde sehen, dass ich mich hier gegen Mittag vom Acker mache.

Gestern habe ich erfahren, dass sich mit meinem verunglueckten Freund langsam aber sicher alles stabilisiert. Seine Mutter hat mir am Tag des Unfalls - vor genau einer Woche - am Telefon gesagt, Ihr schoenstes Weihnachtsgeschenk sei, dass er noch lebt. Dem ist nichts hinzuzufuegen. Ausser, dass ich mich dem anschliesse.

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December 23, 2002

Neues vom Hof-Schreiber

Ach uebrigens. Als mein Geburtstagsgeschenk habe ich mir die Utensilien fuer mein neues Hobby gekauft: Kalligraphie. Gestern abend habe ich schon ein wenig experimentiert. Dabei wollte ich den Tusche-Stift nach kurzer Zeit wild fluchend auf den Tisch wummern, da sich die gewuenschten Resultate nicht sofort einstellten. Aber bekanntlich ist ja noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und Ruhe ist fuer einen Kalligraphen eine wichtiges Werkzeug. Nur kann man das nicht kaufen. Sobald es erste Resultate gibt, werde ich die scannen und hier zeigen. Aber nicht lachen!

Posted by Chefredaktion at 4:24 PM | Comments (0)

Was gefaellt? Was muss rein? Was muss raus?

Mal ne Frage: Was ist bislang Eure Lieblingsgeschichte aus dem Tagebuch? Ausserdem: Welche Art Geschichten wuerdet Ihr gern vermehr lesen? (z.B. Sehenswuerdigkeiten [Warner Theater, Union Station], oder Persoenliches, oder Portraits, oder mehr Job-bezogene Sachen) Und schliesslich: Welche (Art) Geschichte hat Euch fandet Ihr nicht ganz so gelungen, bzw. schlichtweg zum Kotzen? Antworten bitte per email an mich oder hier im Tagebuch posten. Danke fuer Eure Mithilfe.

Posted by Chefredaktion at 2:53 PM | Comments (0)

December 22, 2002

Nussknacker in engen Anzuegen

Vor einem der Gebaeude mit Baldachin zur Strasse an der Pennsylvania Avenue sind Plaketten mit Namen von Stars in die Betonplatten des Buergersteigs eingelassen: Prince hat dort eine, B.B. King, Tony Bennet oder auch Charles Aznavour; darueber hinaus beruehmte Namen der klassischen Musik oder des Ballets. Und Darsteller der letztgenannten Profession (genauer gesagt des “Washington Ballet” balletierten heute die “Nussknacker-Suite” von Tschaikowski. Unter meinen gestrengen Augen, versteht sich. Nicht, dass ich auch nur den Hauch von Ballet verstehe. Meine Leidenschaft fuer klassische Musik ist da schon eher ausgepraegt. Dennoch sind die zehengespitzten Darbietungen durchaus eine aesthetisch reizvolle Angelegenheit; auch fuer meine gruen-grauen Laienaugen.
Aber zurueck zum Schauplatz des taenzerischen Spektakels. Das “Warner Theatre” (man beachte das britische “-re” am Wortende) bietet dem Besucher die elegante Athmosphaere der “Roaring Twenties”. In den Anfaengen des vornehmen Etablissements gab es dort vornehmlich Stummfilme und Revues zu sehen. Das “Warner” im Namen des Theaters stammt uebrigens von seinem Besitzer Harry Warner, keinem geringeren als einem der bekannten “Warner Brothers” aus Hollywood.
Eine eigene Tanz-Compagnie hatte das “Warner” immer schon, mehr und mehr setzten sich jedoch Filme und Konzerte jedweder Couleur beim Publikum durch. Der Charme des Theaters blieb ueber die Jahrzehnte ungebrochen. Nach einer Grund-Renovierung Ende der achtziger Jahre waren es Frank Sinatra und Shirley MacLaine, die das “neue” Warner Theatre dem Showbusiness kommender Jahre uebergaben.
Empfehlung: “Sehenswert”.

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December 20, 2002

Eine delikate, kleine Weisheit

Wo wir gerade bei Organisationsentwicklung und Beratung sind: Zur Zeit lese ich das Buch "Aufstand des Individuums" von meinem Namensvetter Reinhard Sprenger. Dieses koestliche Buch bietet eine Fuelle von unglaublich gehaltvollen Weisheiten. Eine davon, die mich gestern in der U-bahn ganz besonders erheitert hat, ist die folgende: "Manche Leute kennen Wuerde nur als Konjunktiv". Hut ab, Herr Sprenger.

Posted by Chefredaktion at 4:49 PM | Comments (2)

Kreative oder Account-Manager?

Diese Frage faellt mir hier immer oefter auf. Zwischen beiden Zuenften scheint hier eine recht rigorose Trennung, jedenfalls in den Koepfen, zu herrschen. Dies geht sogar soweit -- eben komme ich aus einer Telefonkonferenz -- dass die Beteiligten glauben, sie koennten an der Art und Weise, wie jemand am anderen Ende der Leitung redet, Aussagen ueber seine (oder ihre) Zunft-Zugehoerigkeit machen. Was auf den ersten Blick nicht schlimm ist, koennte man nun einwenden. Aber auf den zweiten. Denn das Schubladendenken hat weit tiefgehendere und subtilere Konsequenzen. Wer auf der einen Seite ist, dem spricht man Qualitaeten der anderen Seite ab. Und diese fortwaehrende Projektion von subjektiver Realitaet fuehrt unausweichlich zu eigenen Kulturentwicklungen in beiden Lagern. Was zur Folge hat, dass dieser Graben, auch wenn er in den Koepfen der Leute nicht wirklich etwas schlimmes ist, organisationsweite Entwicklungschancen hemmt. Denn -- entschuldigt, dass ich mich dieses fuerchterlichen Management-Modewortes bediene -- Synergien, die aus dem offenen Nebeneinander verschiedender Disziplinen entstehen, haben so keine Chance, fruchtbaren Dialog hin zu permanenter Erneuerung zu generieren

Posted by Chefredaktion at 4:28 PM | Comments (2)

December 19, 2002

Streitbares in Schwarz auf Weiss

Jeden morgen auf dem Weg zur Arbeit ist sie mir ein treuer Begleiter. Geduldig wartet sie vor der Tuer auf dem kalten Betonboden, und schweigend laesst sie sich aus der Plastikhuelle schaelen und in meine Tasche quetschen. Den Weg zur U-Bahn legt sie zwischen Akten und Stiften in andaechtiger Stille zurueck und wartet, bis ich im Zug Platz genommen habe. Dann kommt ihre Zeit, dann beginnt sie zu reden. In kantigen Fraktur-Lettern macht sie sich jeden Tags aufs neue bekannt: "The Washington Post".

Heute Morgen hat sie mir vor allem von einem berichtet: Dem republikanischen Senator Trent Lotte ist vor ein paar Tagen ein geradezu freud'scher Versprecher unterlaufen. Beim Geburtstag seines nicht mehr ganz taufrischen Senatoren-Kollegen Strom Thurman -- der senile Greis feierte seinen hundertsten -- hat er verlauten lassen, dass wenn damals (in den 50er Jahren) Thurmon Praesident geworden waere, viele gesellschaftliche Probleme von heute nicht existieren wuerden. Dazu muss man wissen, dass der alte Thurmon damals als Kandidat fuer solche illustren Vorhaben wie strikte Rassentrennung, und fuer allgemeine Entrechtung der Schwarzen eingetreten war. Jetzt diskutiert die Politikwelt, ob sie Lotte aus dem Amt werfen sollen. Hmm.

Die "Post", wie sie die Washingtoner liebevoll nennen, und ich sind meist nicht einer Meinung. Dennoch ist sie mir eine wertvolle Informationsquelle. Auch und gerade weil sie unverbraemt und ungefiltert amerikanische Meinung erzaehlt. Und die unterscheidet sich bekanntlich von der aus Deutschland und Europa immer oefter. Ich koennte an dieser Stelle einen langen Monolog halten darueber, wie wenig sich die Amerikaner und Europaeer wirklich verstehen, und wie wichtig es ist, verkrustete Ressentiments -- Bush hin oder her -- auf beiden Seiten aufzubrechen. Aber das mache ich ein anderes Mal.

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December 18, 2002

One on One mit Weitschuss-Contest

Auch wenn mir momentan nicht nach feiern zumute ist: Heute war hier bei Arnold Weihnachtsfeier, inkl. Verlosung. Und wie es der Zufall wollte, habe ich einen der Hauptpreise abgestaubt: Basketball-Tickets fuer die Washington Wizards gegen die Dallas Mavericks. In der Luxus-Loge. Da gibt's dann wahrscheinlich Michael Jordan in seiner wieder mal letzten Saison zu sehen.

Ossi und ich haben frueher stundenlang Basketball zusammen gespielt. Oft einfach eins gegen eins. Bei Distanzschuessen hatte ich nie eine Schnitte gegen ihn. Ich hoffe, dass er mir da immer voraus sein wird. Und ich wuerde viel darum geben, wenn wir uns das Spiel zusammen anschauen koennten

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December 17, 2002

Leben und Tod

Manchmal wird alles so unwichtig: Mein bester Freund Ossi hatte heute einen schweren Unfall. Ein wahrscheinlich betrunkener Fahrer hat ihn schwer verletzt. Beinahe waere er verblutet. Jetzt liegt er in einem Frankfurter Krankenhaus auf der Intensivstation. Er wurde operiert, und die Aerzte glauben, dass alles mit der Zeit wieder gut wird. Sein Knie wurde zertruemmert und ein Halswirbel angebrochen. Innere Verletzungen hat er wohl keine. Ossi und ich kennen uns jetzt seit etwa 15 Jahren. Jetzt nicht fuer ihn da sein zu koennen ist schrecklich.

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December 16, 2002

Leichenzug und shoppen mit Bill

Am 14. April des Jahres 1945 ueberquert ein schwarz beflaggter Zug mit einem prominenten Passagier den Potomac River und laeuft schnaufend in die "Union Station" ein. Praesident Franklin Delano Roosevelt liegt in dem einzigen angekoppelten Wagen. In einem Sarg.

Viele hat dieser gigantische Bau im Herzen der Haupstadt seit seiner Eroeffnung im Jahre 1907 kommen gehen sehen. Heute hallen die marmornen Boeden und granitenen Saeulen des im Beaux-Arts Stil erbauten Bahnhofs jaehrlich die Fustritte von 25 Millionen Reisenden und Touristen wider – mehr als alle anderen Bauwerke und Sehenswuerdigkeiten der Stadt. Auch ich komme taeglich auf dem Weg zur Arbeit an den pruefenden Blicken der Deckenskulpturen des Monumental-Baus vorbei, allerdings per U-Bahn in einigen Metern Tiefe. Aber zurueck zum Praesidenten: Waere Roosevelt an jenem 14. April noch am Leben gewesen, haette er sicher die Praesidentensuite des Bahnhofs bezogen, die eigens fuer seine Art Amtsinhaber und Wuerdentraeger aus aller Welt eingerichtet worden war. Unter anderem weilten hier Koenigin Elisabeth von England, Koenig Albert von Belgien oder Koenig Hassan II von Marokko. Dabei standen ihnen eine Reihe von Annehmlichkeiten zur Verfuegung, unter anderem eine Bowling-Bahn, tuerkische Baeder, Baecker, Metzger und andere Einrichtungen. Heute gibt es in den Katakomben auch ein grosses Multiplex-Kino.

Zu seiner Bauzeit war der Bahnhof das groesste Bauwerk der USA- was die verbaute Flaeche angeht - und der groesste Bahnhof der Welt. Genau 200 acres betrug die Flaeche des Bauwerks urspruenglich; die angeschlossenen Gleise unmittelbar um den Bahnhof hatten einst eine Laenge von 75 Meilen. Wuerde man das “Washington Monument”, den grossen Obelisken gegenueber des Kapitols, in den Hallen der Union Station verstauen wollen, so waere das kein Problem.

In den siebziger Jahren war das Schicksal des Gebaudes ungewiss. Zunehmender Flugverkehr hatte in weiten Teilen das Reisen per Zug obsolet gemacht, und die Union Station begann den Elementen zum Opfer zu fallen. Erst im Jahre 1981 rettete das “Gesetz zur kommerziellen Entwicklung der Union Station” das epochale Bauwerk vor den Bulldozern. Seit seiner Neueroeffnung im Jahre 1988 ist die komplett authentisch renovierte Union Station aus dem Stadtbild Washingtons nicht mehr wegzudenken. Auf der Suche nach historischem Flair und der Grandeur der Jahrhunderwende bietet die Union Station dem Besucher und Reisenden – nach wie vor ist der Bahnhof eine verkehrstechnische Schaltzentrale an der Ostkueste – eine reizvolle Mischung aus Kultur und Kommerz. Und wie 1945 hat hat die Union einen Praesidenten als treuen Fan: seit sechs Jahren taetigt Ex-Praesident Bill Clinton hier seine Weihnachtseinkaeufe.

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December 15, 2002

Analyse that

Zweite Teile von Filmen sind meistens schlecht. Das wusste schon Konfuzius. Das dem nicht so ist, hoffe ich fuer den kommenden zweiten Teil von "Herr der Ringe", der am Mittwoch in die Kinos kommt. Schon seit Monaten mit den entsprechenden elektronischen Merchandising-Artikeln ausgeruestet - wie beispielsweise Bildschirmschoner und Desktop-Hintergrund - fiebere ich dem Streifen entgegen seit im letzten Jahr zur ungefaehr gleichen Zeit die Schlusssequenz des ersten Teils ueber die Leinwand flimmerte.

Das dem aber doch so ist erfuhr ich schmerzhaft wieder am Wochenende. Da schaute ich mir naemlich den Nachfolger der Komoedie "Analyse this", mit dem griffigen Titel "Analyse that", im Kino an. Dazu muss man wissen, dass ich seit jeher ins Kino gerannt bin, wenn es einen Film mit Robert deNiro zu sehen gab. So schlecht konnte der Streifen also gar nicht sein. War er aber.
Mir fehlen die Attribute der Abscheu um den Zelluloid-Muell zu beschreiben, aber ich moechte meine Leser warnen, sich die Erinnerungen an die nette Unterhaltung von Robert deNiro und Billy Christal vom ersten Teil durch den Konsum des Nachfolgers nicht zu verderben. Allein der Ort des Kinos, wo wir uns das cineastische Verbrechen reinwuergten - "Union Station" - ist einer Erwaehnung Wert, wie es hier zu bald zu lesen sein wird.

Posted by Chefredaktion at 10:16 AM | Comments (0)

December 13, 2002

Borders

Jetzt treffe ich mich mit Amber bei Borders downtown, Metro-Haltestelle "Farragut North". Lesen, Kaffeetrinken, Quatschen.

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December 12, 2002

Der Kunde ist Koenig

Was fuer ein Besprechungs-Marathon! Um 10.00 Uhr kamen die Executives des Kunden (Fuenf Damen und ein Herr) aus Buffalo im Bundesstaat New York um sich einem sogenannten ";Brand Essence Workshop" hier in der Agentur zu unterziehen. "Brand Essence", so nennt Arnold seine Prozesse und Tools zur Beschreibung und Analyse von Marken, mal ganz vereinfacht ausgedrueckt. Die dort gefundenen Einsichten bilden dann die Grundlage fuer alle weitere Marken-Kommunikation die wir hier entwickeln.
Fuer den Workshop hatte man extra eine Moderatorin von der Zentrale in Boston kommen lassen, die vorher von uns in Windeseile gebrieft worden war. Anfangs hatte ich Bedenken - trotz bester Bemuehungen der Moderatoren-Dame - was die Atmosphaere des Meetings anging, alldieweil das Eis nur langsam taute und sich nicht unbedingt eine Stimmung einstellte, die das Generieren von Ideen haette facilitieren koennen. Genauer gesagt bestand die erste Stunde fast ausschliesslich aus Kopfnicken und Schulterklopfen.
Langsam wurden die Damen und Herren etwas redseliger. Neue Messungen zeigten, so die Marketing-Chefin des Kunden, dass es vor allem Optimierungsbedarf beim Halten von Kunden gebe. Nach einigem Nachfragen unsererseits wurde klar, dass sich eine nicht unbetraechtliche Zahl von Kunden von den Mitarbeitern, seien es Leute Call Center oder von der "sales force", einfach mies behandelt fuehlten. Grundlegende Dinge also. Dinge, bei denen man nur den Kopf schuetteln kann; vor allem angesichts der Tatsache, dass die eine neue Super-Kampagne bekommen haben und die Leute dann wegen sowas verprellt wieder abziehen.

Wie dem auch sei: Nach sechs langen Stunden diskutierens, eruierens, analysierens, moderierens, taktierens, strategierens und projektierens gabs eine Menge Ergebnisse, Ausblicke, Plaene, Absprachen, Zugestaendnisse, Lob und Zieldefinitionen.

So weit der Inhalt des Workshops in ein Paar Zeilen. Vielleicht gibts spaeter mehr dazu.

Posted by Chefredaktion at 5:00 PM | Comments (0)

Workshop

Ich bin aufgeregt. In zehn Minuten findet unser Workshop / Meeting mit unserem milliardenschweren Kunden statt. Drueckt mir die Daumen...

Posted by Chefredaktion at 9:50 AM | Comments (0)

December 11, 2002

Scroll-Problem gelöst ??

So, ich habe ein wenig an dem horizontalen Scroll-Problem herumgeschraubt, von dem mir einige von Euch berichtet haben. Sagt doch bitte kurz via Kommentar Bescheid, ob es jetzt besser ist.

Posted by Chefredaktion at 10:15 PM | Comments (3)

Recherche bis der Arzt kommt

Gestern abend und heute morgen sind extrem stressig. Fuer den Kunden Bearing Point (ehemals KPMG) suche ich umfangreiches Material fuer die Konkurrenzanalyse zusammen. Ich kann mir nur eine kurze Pause goennen, um diese paar Zeilen zu schreiben...

Posted by Chefredaktion at 1:03 PM | Comments (0)

December 10, 2002

Nachreichung II

Unter dem siebten Dezember habe ich noch eine kulinarische Geschichte nachgereicht.

Posted by Chefredaktion at 11:31 AM | Comments (0)

Nachreichung I

Eintrag nachgereicht fuer den siebten diesen Monats.

Posted by Chefredaktion at 10:08 AM | Comments (0)

December 9, 2002

Konkurrenzbericht abgeschlossen. Wochenende wird nachgereicht.

So, meinen Bericht ueber die Konkurrenzaktivitaeten unseres Kunden habe ich heute in Windeseile abgeschlossen, so dass die Infos bis zum grossen Workshop mit dem Kunden am Donnerstag vorliegen. Garniert habe ich das ganze mit aktuellen Meldungen aus der Branche und relevanten Nachrichten von Mitbewerbern. Jetzt soll noch jemand sagen, wir wuerden den Markt nicht kennen. Das ganze war recht muehsam, hat aber viel Spass gemacht. Jetzt freue ich mich darauf - ganz in der Manier meiner Wahlheimat Dortmund - gleich in die ballonseidene Jogging-Hose zu schluepfen und Fussball zu kucken. Ach ja, letzteres geht hier ja leider schlecht. Dabei hat die Borussia diese Woche so ein Super-Spiel gegen Mailand vor sich... Seufz.

Mein Wochenende war weit mehr als Jogginghose und Dosenbier. Was so passiert ist, werde ich in Kuerze unter den entsprechenden Daten nachreichen. Nur so viel sei gesagt: Ich habe einen sehr eindrucksvollen Film gesehen. Darin geht es NICHT um Waffenbesitz in USA.

Posted by Chefredaktion at 5:00 PM | Comments (0)

December 7, 2002

Lama-Milch und andere kulinarische Katastrophen

Downtown Washington verfuegt ueber eine sehr reizvolle Kneipen- und Ausgeh-Landschaft. Dupont Circle ist eine solche Umgebung. (Karten von D.C. gibt's in Kuerze. Versprochen!) Dort machte ich heute eine ekelhafte und eine sehr gute Erfahrung. Die erstere war kulinarischer Art, die zweite cineastischer Art, so viel sei gesagt.
Amber und ich beschlossen am Nachmittag, eine Lokalitaet zwecks des Verzehrs eines schmackhaften Abendessens aufzusuchen. Nach einigem Umflanieren - mein Hunger war zu dieser Zeit ins unermessliche gewachsen - entschieden wir uns fuer die "California Pizza Kitchen", die mit ihren grossen Fenstern zum wuselnden Dupont Circle gewandt einen besonders, sagen wir, grossstaedtischen Eindruck machte. So nahmen wir also in dem geschmackvoll mit allerlei Kunstgegenstaenden eingerichteten Restaurant Platz und entschieden uns nach kurzem Studium der Karte fuer zwei Salate, eine Pizza, ein Bier und ein Glas Sprite.
Mein Salat sollte laut Karte eigentlich meinen Lieblings-Kaese Gorgonzola enthalten, zeichnete sich jedoch lediglich durch eine weissliche Substanz aus, die in ihrem Geschmack eher an alte Lama-Milch erinnerte als an den delikaten Italiener. Nun, ich versuchte, diese gelierten Brocken Bison-Auswurf von dem Rest der halbwegs geniessbaren Gruenspeise zu separieren und wuergte den Abfall herunter. Dabei musste ich billigend in Kauf nehmen, nicht unerhebliche Mengen meines meist-verachteten Gemueses (Tomaten) zu verzehren, mit welchem der Koch die Speise in Form von tausenden mikroskopisch kleiner Fetzen kontaminiert hatte. Ich litt, aber ich hielt durch und wischte mir die Traenen des Wuergens tapfer vom Gesicht.
A propos wuergen: Die Pizza, die uns anschliessen serviert wurde, toppte den eben vertilgten Gnu-Kompost noch um Laengen. Aber dazu spaeter mehr.

Posted by Chefredaktion at 9:57 AM | Comments (0)

Pizza Mexikanisch

Stellt Euch einen Mexikaner vor, der gerade ein Pfund Kindey-Bohnen nach traditioneller Art seines Heimatlandes verspeist hat; inklusive Kaese obendrauf und mit einer leckeren Salsa. Hmmm. Eine schoene Vorstellung, nicht wahr? Unter Aspekten der political correctness koennt Ihr Euch auch einen Deutschen vorstellen, der gerade eben jenes Gericht verspeist hat, oder von mir aus auch einen Namibianer, der sich soeben an dem mittelamerikanischen Gericht ergoetzt hat. Ihr merkt schon: Es geht nicht um den Verspeiser, sondern vielmehr um die Bohnenmahlzeit.
Wo waren wir? Ach ja, beim satten Mexikaner / Deutschen / Namibianer. Also, stellt Euch nun weiter vor, dass eben dieser Mexikaner / Deutscher / Namibianer Euch mit Inbrunst seine eben verspeisten Bohnen mit dem liebevoll daruebergeriebenen Kaese und der koestlichen Salsa auf Eure Pizza kotzt. Mehr brauche ich wohl zu der Pizza, die wir nach dem Salat bekamen, nicht zu sagen.
Die Moral von der Geschicht': Mit Pizza experimentiert man nicht.

Posted by Chefredaktion at 9:26 AM | Comments (0)

December 6, 2002

Was machen die anderen?

Der Schnee ist vorbei, ein ganz normaler Arbeitstag steht auf dem Programm. Heute morgen war ich im Video-Archiv und habe mir die aktuellen Spots unseres Kunden HealthNow angeschaut. Anschliessend habe ich alles Material zusammengetragen, was ich ueber die direkten Mitbewerber auftreiben konnte. Nun sitze ich an einem Bericht, der die Aktivitaeten der Konkurrenten analysiert und Schwachpunkte aufzeigt, die wir kuenftig fuer HealthNow nutzen koennen. Eine sehr spannende Angelegenheit, alldieweil der direkte Mitbewerber nicht auf den Kopf gefallen ist und eine sehr dichte Positionierungsstrategie verfolgt, die durchaus erfolgversprechend sein kann. Ich wuesste zu gerne, ob die tatsaechlich damit erfolg gehabt haben. Vielleicht sollte ich einfach mal da anrufen und nach Marktforschungsergebnissen von denen fragen? ;-)

Posted by Chefredaktion at 12:34 PM | Comments (3)

December 5, 2002

Kalte Füße, Schneegestöber

Gestern schon sagte mir meine Kollegin, dass es heute sein könnte, dass die Agentur wegen Schneechaos geschlossen bleibt. Ab 7:30 würde eine Ansage auf dem Haupt-Telefonanschluss alle Anrufenden ? Mitarbeiter wie Kunden ? darüber informieren. Schneefall, so muss man dazu wissen, ist hier eher selten. Kalt ist es zwar im Winter, aber Schnee, richtig ordentlich Schnee, der fällt hier nicht oft. Wenn es dann aber jedes Jahr einmal so weit ist, bricht das öffentliche Leben nahezu komplett zusammen. Die Schulen bleiben geschlossen, die Unis auch, und ebenso viele Firmen in und um Washington. Denn beim Fall der ersten Flocken ist es mit den Autofahr-Fähigkeiten der Washingtoner vorbei. Da rutschen und schlittern die Blechlawinen auf dem Capital Beltway, dem Autobahnring um die Stadt, bis überhaupt nichts mehr geht. Da bleiben sie halt eben lieber gleich zu Hause.
Ein Blick aus dem Fenster verriet mir heute morgen, dass es in der Tat in der Nacht geschneit hatte, und auch weiterhin kam eine nicht unbeträchtliche Menge vom Himmel. Ein Anruf bei Arnold zur angegebenen Zeit verschaffte mir die Gewissheit, dass auch ich heute in den Genuss von Schnee-Frei kommen sollte.
Wie ernst sie es hier mit den Schließungen allerdings nehmen, das erfuhr ich erst anschließend. Amber und ich machten uns trotz geschlossener Uni auf den Weg zum Campus. Wir wollten dort bei Starbucks frühstücken und nachher noch einige wichtige Dinge in der Bibliothek erledigen. Wie sich jedoch nach unserer Ankunft herausstellte, war tatsächlich alles geschlossen. Also kein Kaffe, kein Croissant, keine Zeitschriften, kein Nichts. Nur stilles Schneetreiben auf gespenstisch leeren Strassen.

Letztere wurden im Laufe des Tages notdürftig mit Schneepflügen geräumt, wobei selbige den weißen Abraum kurzerhand auf die Bürgersteige schoben. Nicht, dass man als Fußgänger in USA nicht schon genug gedemütigt und diskriminiert wird. Nein, da schieben die auch noch die letzten Zentimeter, die man uns Nicht-Autofahrern gönnt, mit meterhohen Schneemassen zu. Nun gut, man gewöhnt sich an alles. Und nach der dritten Eispfütze, in die man bis zur Wade versinkt, spürt man die Kälte auch nicht mehr. Jetzt sitze ich hier, trinke ein Corona und versuche, wieder Blut in meine tauben Beine zu kneten. Bin mal gespannt, ob sich die Lage morgen entspannt...

Posted by Chefredaktion at 9:51 PM | Comments (0)

December 4, 2002

Lehman'sche Impressionen

Für alle, die sich immer schon gefragt haben, wie das bei den Eltern meiner Freundin Amber aussieht, habe ich beim letzten Besuch am vergangenen Wochenende ein paar Bilder geknipst. Voila:

Posted by Chefredaktion at 9:09 PM | Comments (1)

HealthNow. Kompliziert, aber interessant.

Der heutige Tag bei Arnold war etwas weniger spektakulär als der der gestrige (was nicht schwierig ist). Ich verbrachte den Morgen damit, mich mit dem Account, mit dem ich es in Zukunft zu tun haben werde, vertraut zu machen. Bei dem Kunden handelt es sich um den Krankenversicherer "HealthNow" aus New York. Das amerikanische Krankenversicherungssystem ist an sich kompliziert genug. Bei HealthNow kommt nun noch dazu, dass das Unternehmen in verschiedenen Regionen mit unterschiedlichen Namen und Leistungsportfolios agiert. Also wälzte ich erst einmal Akten mit Marktforschungsergebnissen, Konkurrenzanalysen, Logo- und Farb-Manual, und den bereits in Print-Titeln geschalteten Anzeigen. Zu den gebuchten Publikationen gehören übrigens solche illustren Blätter wie "Newsweek" und "Time Magazine".

Mittags wohnte ich dann einem sehr interessanten hausinternen Seminar zum Thema "Client Relationship" bei. Da gab's einige wertvolle Tips aus dem Alltag erfahrerener Account-Manager.
Nachmittags half ich Helen noch ein wenig bei der Verpackung des diesjährigen Weihnachtsmailing für die Arnold-Kunden. Wenn Ihr Arnold-Kunden seid, bitte jetzt weghören, sonst ist die Überraschung futsch. Zu Weihnachten gibt's von Arnold dieses Jahr einen Anhänger fürs vors Fenster zum Hängen. Da steht "Joy" drauf. Ursprünglich war geplant, dort das statt "Joy" das Wort "Peace" aufzubringen. Aber das war wohl zu politisch. Hach, mir wird ganz warm ums Herz.

Posted by Chefredaktion at 8:58 PM

December 3, 2002

Alte Maenner, neue Leute

Was fuer ein Tag. Viel interessanter haette es nicht laufen koennen. Nach meiner Ankunft zeigte mir Helen erst mal mein neues "Buero" im vierten Stock. Dabei handelt es sich um einen grossen Schreibtisch, abgetrennt durch zwei Stellwaende. Ich bekam meine Magnetkarte ausgehaendigt, mit der ich das Gebauede jederzeit betreten kann, und die mir auch die Schranke des Parkhauses oeffnen wuerde, wenn ich denn ein Auto haette.
Anschliessend fuellte ich noch ein zwei Formulare aus und bekam von der Office-Managerin Nancy eine kurze Einfuehrung in das telefonische Voice-Mail-System. Meine Nummer hier ist uebrigens 703 -288 - 7408, fuer den Fall, dass mich jemand mit einem Anruf zu begluecken gedenkt.

Um 9:30 gab's dann eine kleine Feierstunde fuer einen Arnold-Veteranen: Hal Chase wurde 85 Lenze alt. Die gut 110 Mitarbeiter der Agentur versammelten sich im grossen Konferenzraum und prosteten dem Geburtstagskind in T-shirts mit dem Konterfei des Werbe-Urgesteins zu. Hal Chase ist seit einem guten halben Jahrhundert im Geschaeft und hat sich eine Art Ehrenplatz in der nordamerikanischen Werbe-Szene erarbeitet. Auch wenn ich den alten Mann nicht kenne, seine leise Ansprache war ueberaus ruehrend. Nach der Feierstunde, die auch eine kurze Ansprache des Praesidenten zur Lage des Unternehmens beinhaltete (begleitet von eifrigem sich gegenseitigem Beklatschen), gab mir der Muenchner Alexander aus der Pre-Press Abteilung eine Tour durch die Agentur. Viele Haende schuetteln, viele Willkommensgruesse, eine gutes Gefuehl.

Mittags sah ich dann den alten Hal Chase wieder. Ich nahm an einem Brainstorming teil, das auch der President Ken Umansky und der Werbe-Opa mit ihrer Anwesenheit beglueckten. Gemeinsam zerbrachen wir uns die Koepfe ueber eine Aktion, wie wir fuer eine neue Sonntagsbeilage der Washington Post schnell und ueberraschend Aufmerksamkeit erzielen koennen. Es war grossartig, inmitten dieser brillianten Koepfe bei Pizza und Cola fuer einen Kunden dieses Formats Ideen zu generieren. Die neue Washington Post Beilage erscheint uebrigens ab Maerz. Haltet also die Augen offen...

Posted by Chefredaktion at 5:13 PM | Comments (0)

December 2, 2002

Der Amtmann übernimmt

So habe ich mir meinen ersten Arbeitstag nicht vorgestellt. Nun gut, daß ich am ersten Tag nicht wirklich was zu arbeiten bekommen würde, war klar. Auch daß ich mich noch um meinen Social Security kümmern musste, das wusste ich. Um es vorweg zu nehmen: Selbiges stand heute auf dem Programm.

Nachdem ich mich pünktlich um neun in der Agentur gemeldet gemeldet hatte, gab es neben Begrüßungsfloskeln und allerlei Nettigkeiten noch einiges an Papierkram auszufüllen. Nachdem dabei der halbe Morgen vergangen war, beschlossen Helen (die Personalchefin) und ich, dass es wahrscheinlich das beste sei, wenn ich heute das nächstgelegene Social Security Büro aufsuchen würde um einen Antrag auf eine Social Security Nummer zu stellen. Erst wer die in USA hat, der geht als Mensch durch. Also, wieder rein in die Metro, abermals quer durch die Stadt und in Wheaton zur Zweigestelle der Bundesbehörde.

Die folgenden dreieinhalb Stunden habe ich nur noch als dumpfen, klebrigen Zeit-Teig im Gedächtnis. Eine einzige zierliche offenbar asiatisch-stämmige Beamte kümmerte sich an einem kümmerlichen Schalter um die Ersuchen der anwesenden Spanier, Russen, Mexikaner, Äthioper, Laotsen, Aserbaidschander, El Salvadoresen, und eben mich. Es erübrigt sich, zu erwähnen, dass nicht alle der Wartendenden über die für den Papierkram notwendigen Enschlischkenntnisse verfügten. Dieser Umstand verlangsamte den ohnehin schon überaus zähen Prozess noch einmal um circa das dreißigfache. Zudem konnte es passieren, dass ein willkürlich auftauchender amerikanischer Staatsbürger, der hier ein Anliegen hatte, kurzerhand an der Schlange der wartenden vorbeigehen durfte, um sofort zu der Asiatin vorgelassen zu werden. In diesem Fall musste ich mich zurückhalten, nicht mein Bein auszufahren und den unrechtmäßigen Überholer von eben denselben zu holen. Wie dem auch sei: Das war mein Tag. Ich hab's überlebt, meine Social-Security-Karte sollte mir nun in ein paar Wochen zugeschickt werden. Gegen meine vom Warten hervorgerufenen Kopfschmerzen werde ich jetzt mit Amber eine Pizza vertilgen.

Posted by Chefredaktion at 5:58 PM | Comments (0)

December 1, 2002

Vorabend-Stimmung

Morgen geht's los. Punkt neun soll ich mich bei der Personalchefin von Arnold melden. Meine Garderobe fuer morgen haengt gebuegelt im Schrank, langsam macht sich Aufregung breit. So fahre ich morgen frueh mit der Ubahn gen Arnold. Anschliessend muss ich noch eine kurzes Stueck mit dem Bus zuruecklegen. Zusammengenommen ein ganz schoener Ritt quer durch die Stadt. Ich werde mal sehen, ob ich nicht eine Karte von D.C. auftreiben kann, um das ganze besser zeigen zu koennen...

Posted by Chefredaktion at 8:57 PM | Comments (0)

Sonntaegliche Auferstehung

Heute ist ein schoener Sonntagmorgen. Die Sonne scheint, die Voegel singen, langsam aber sicher machen sich in Anbetracht des ersten Dezembers weihnachliche Gefuehle breit. Das Fernsehen traegt brav sein Scherflein zu dem fruehwinterlichen Idyll bei. Auf dem Sender "Cinemax" gibt es zur besten Fruehstueckszeit einen kuscheligen Weihnachtsfilm namens "Resurrection" (zu deutsch "Auferstehung") mit Christopher Lambert. Darin jagt ein Cop mit seinem Team einen Serienkiller, der seinen Opfer einzelne Gliedmassen stibitzt. Gerade in diesem Augenblick erfahren wir, was es damit auf sich hat. Das Swat-Team hat den Taeter ausfindig gemacht und stuermt sein weihnachtlich dekoriertes Haus. Die Fenster sind zugezogen, nur die Lichkegel von den Taschenlampen der Haescher erhellen festlich die Umgebung im Innern. Die Musik wird hektischer, die cineastische Schrecksekunde einer ueberraschenden Entdeckung naht. Und tatsaechlich: Nach der Durchquerung eines Raumes mit brennenden Kruzifixen treten die Fahnder eine Tuer ein und stossen auf eine ungewoehnliche Szene. Der gute Killer hat doch tatsaechlich einzelne Teile seiner ermordeten Opfer in liebevoller Handarbeit zu einer lustigen Jesus-am-Kreuz Figur zusammengefuegt und sie dekorativ in der Mitte des Zimmer aufeghaengt. Dass selbige nicht jedermanns Geschmack ist und wegen der fortgeschrittenen Vergammelung einzelner Teile naturgemaess auch ein wenig streng riecht, ist wohl klar. Die Polizisten uebergeben sich jedenfalls einer nach dem anderen. Ich jedoch freue mich ueber die lockere TV-Berieselung zum Sonntagsfruehstueck und schmiere mir noch einen Bagel. Mit Roastbeef.

Posted by Chefredaktion at 10:59 AM | Comments (0)