June 28, 2004
Gedanken zur Re-Inkarnation
Wer, wie, als was wiedergeboren wird frage ich mich dank Günther neuerdings wieder öfters. Günther [Name von der Redaktion geändert] ist Chef bei meinem ersten temp engagement
im Rahmen meiner Washingtoner Büro-Expeditionen. Günther ist Buchhalter-Supervisor und eine Woche lang mein Gott. Er ist ein kleiner Mann mit grossem Ego; fahl vom Rauchen, nervös vom Kaffee.
Zum Totlachen: Der Film Office Space
nimmt die Amerikanische Büromentalität aufs Korn.
Unter Günthers Knute schauen wir Unter-Buchhalter bereits ab morgens halb zehn sehnsüchtig auf die Uhr. Meine Kollegen Unter-Buchhalter, das sollte ich hier nicht unerwähnt lassen, sind allesamt Kolleginnen mit allesamt mindestens fünfhundert Kilo Übergewicht. Die kommen morgens um acht ins Büro, quetschen sich in ihre Bürostühle, und stehen den ganzen Tag nicht wieder auf. Brauchen sie auch nicht, denn Günther geht alle zwei Stunden herum und verteilt dicke Stapel Papier zum Abarbeiten auf die Schreibtische. Wenn er bei mir vorbeikommt sagt er stets: Na, Capt’n? Alles groovy?
, was ich zu bejahen pflege. Na dann Rock’n’Roll
, sagt er und lässt einen dicken Stapel Kapitalanträge vom Typ AR-27b auf meinen Schreibtisch fallen. Ich lächle ihn gequält an und bemerke auf seiner von mir aus gesehen linken Lippenseite eine dunkelgraues Ekzem mit einer handvoll kleinen Bläschen. Er muss sehr viel rauchen.
Schön, dass es dir in der "neuen Welt" so gut geht!
Rock on!