February 11, 2003
Klebeband und Kirchenmusik
Politisch gesehen ist Washington derzeit ohne Frage ein heisses Pflaster. Die Hauptstaedter sind’s mittlerweile gewoehnt. Die meisten reagieren auf die vom Ministerium fuer Homeland Security herausgegebene Sicherheitsstufe “Orange” mit Achselzucken: “Man kann doch eh nichts tun”. Die Washington Post zitiert heute einen Beamten aus der Giganten-Behoerde, der Tips gibt, wie sich Bevoelkerung gegen einen etwaige Angriff mit Bio-, Chemie- oder Nuklearwaffen absichern soll. Wasser und Essen fuer drei Tage soll man bunkern. Dazu Klebeband (“Duct-tape”), Decken und ein Radio. “Die ersten 24 bis 48 Stunden nach einem schweren Anschlag”, so ein Sprecher, “werden die Leute auf sich gestellt sein”. Allerdings gebe es trotz aller Warnhinweise keinen Grund zur Beunruhigung. Naja.
Etwas froehlicher geht es bei mir derzeit musikalisch zu. Heute abend treffe ich mich mit einem Organisten um eventuell an einem Stueck fuer Klavier und Orgel zu arbeiten, dass dann in ein paar Wochen einer Kirche zu hoeren sein wird. Der Organist, Don Horn, ist eigentlich Architekt bei einem US-Ministerium und hat sich auf “gruene Daecher” spezialisiert. Solche also, die besonders energiesparend und auch sonst oekologisch dufte sind. Er ist gut zwei Meter gross und faehrt einen gruenen VW-Kaefer. Wir werden uns wahrscheinlich auf Bach einschiessen.
Posted by Chefredaktion at February 11, 2003 11:48 AM