February 10, 2003
Futterneid und Tschechen-Bier
Fettnaepfchen lasse ich ungern aus. Am Samstag trat ich in ein besonders tiefes. Amber und ich waren nebst der gesamten Fakultaet der Kognitiven Psychologie zu einem privaten Essen im Hause eines ihrer Professoren eingeladen. So fanden wir uns also gegen sieben in dem schmucken Anwesen des Ehepaars Wallsten in einem Washingtoner Vorort, Silver Springs, ein. Nachdem ich mich meiner Jacke entledigt hatte, trat ich den Weg in die Kueche an, wo ein reichhaltiges Buffet aufgebaut worden war. Die Damen und Herren Akademiker standen in tiefsinnige Gespraeche vertieft um den Tisch und schluerften tschechisches Bier und franzoesischen Wein. Ich laechelte schuechtern in die Runde als ich den Raum betrat und nickte der versammelten Akademia freundlich zu. Um moeglichst energetisch daherzukommen schnappte ich mir schwungvoll einen Teller und wollte mir gerade eine gehoerige Portion Lasagne aufladen, als mich die Gastgeberin darauf aufmerksam machte, dass “wir das Dinner eigentlich noch nicht begonnen haben”. Mein Laecheln vereiste. Langsam stellte ich den Teller, der immer noch in meiner in Richtung Buffet ausgestreckten Hand ruhte, in die Ecke und stellte mich gleich daneben. Dann loeste ich mich in Luft auf.
Posted by Chefredaktion at February 10, 2003 10:26 AM