November 27, 2002
Erntedankfest und andere Missverständnisse
Das amerikanische “Thanksgiving” naht. Genauer gesagt ist es morgen. Grund genug, meine geneigte Leserschaft über ein grundlegendes Missverständnis dieses Feiertages aufzuklären. (Diejenigen Besserwisser, denen die folgende Geschichte bereits geläufig ist, mögen mir verzeihen.) Thanksgiving hat mit unserem “Erntedankfest” nicht das geringste zu tun. In Wahrheit verhielt es sich so:
Englische Pilger überquerten um 1620 mit der Mayflower den Atlantik und erreichten schließlich das heutige Plymouth im heuten Massachusetts. Das Land das sie vorfanden war kahl und der Winter stand vor der Tür. Unglücklicherweise wuchs von den Sachen, die sie in Windeseile anzubauen versuchten, so ziemlich nichts. Unter anderem weil das Jahr für die Aussaat schon viel zu weit fortgeschritten war und weil das Land, das sie vorfanden, kahl war. Den folgenden Winter überlebten gerade einmal die Hälfte der Mayflower-Fahrer, denn die Vorräte gingen aus. Unter anderem, weil das Land, das sie vorfanden für die Landwirtschaft schlichtweg zu kahl war (hatte ich das schon erwähnt?). Amerikanische Ureinwohner fanden schließlich die britischen Gringos und retteten Ihnen das Leben, indem sie ihnen zeigten, wie sie das Land - ein überaus kahles Land - beackern konnten. Und um diese völkerverständige Maßnahme zu ehren, wurde daraus flugs der Feiertag “Thanksgiving” gemacht. Später haben die Einwanderer die Ureinwohner dann bekanntlich kurzerhand ausgerottet.
Posted by Chefredaktion at November 27, 2002 3:40 PM