June 17, 2009
Enemy Territory
We ventured into enemy territory today — a guitar shop. We pianists believe there are way too many guitar players out there, and 99 percent of them aren’t any good. Now we’re one of them. We’ll report back on how things are going with our new classical guitar.
March 3, 2009
Hello Nasty
Reason #443 why we think Baltimore sucks: The local beer. To be fair, there are exceptions. But our curiosity about local Clipper City Brewing Company’s “Small Craft Warning Über Pils” still has us vomiting.
We shelled out $9.99 for a six-pack yesterday, lured by the anticipation of gulping down a refreshing, bitter-smooth Pilsner. However, the brew tastes nothing like a Pilsner. It’s sweet-ish and somewhat heavy, partly because of the seven percent alcohol content, which comes across as strong and annoying. It’s one of those few beers nasty enough to give us a headache the next morning after just one bottle.
It’s not like the folks at Clipper City can’t brew a tasty beer — their Oxford Organic Amber Ale is actually quite good. But that Über-Pils experiment still has us washing our mouths out with a few well-poured Samuel Adams Boston Lager. Next time we’re in the mood for a Pilsner, we’ll go back to a German import.
(Yes, we are aware of the fact that German brewers probably piss into the bottles of what they consider their second-tier batches destined for the U.S. of A.)
On the yummy side, we happened to come across a pack of organic dried Medjool dates in our local supermarket the other day. We stuffed a few of these bastards with some in-your-face Bleu d’Auvergne, wrapped them in bacon (held in place with toothpicks), and fried the contraptions crisp.
Damn!
The idea is from food blogger Nicole Stich over at Delicious Days, by the way.
February 25, 2009
Achtung, Baby
Wenn es um die Vermeidung von Sicherheitsrisiken geht macht den Amerikanern so leicht keiner etwas vor. Ich weiss noch wie gern damals unser neugeborener Sohn Daniel ein Mobile boxte, auf dessen sechs Stofftierchen jeweils faustgroße, gelbe Etiketten prangten, die vor einem etwaigen Verschlucken des Spielzeugs warnten. Die Schildchen stellten sich als wahre Segnung heraus: Verschluckt hat er die Teile nämlich nie.
Als wir gestern den Kleinen, mittlerweile zweijährig, in große Plastikkiste packen und im Keller abstellen wollten, fiel uns gottlob noch rechtzeitig ein weiteres Exemplar dieser informativen Warnplaketten auf. Dieses war auf der Innenseite der Kiste angebracht. Wir können zwar nicht lesen, aber die Zeichnung schien unmißverständlich zu sagen:
DU NIX PACKEN KIND IN KISTE!
Nicht auszudenken, was da alles hätte passieren können.
August 9, 2008
Die gefuehlte Pest
Die Wendung mag ja einmal cool gewesen sein, aber der nicht tot zu kriegende Begriff “gefuehlte” in der deutschen Medien-Landschaft geht uns furchtbar auf den Sack.
Journalisten bemuehen “gefuehlte” immer dann wenn sie versuchen, einer subjektiven Einschaetzung oder einem Wunsch einen Funken Legitimitaet einzuhauchen. Dieses Konstrukt von semantisch Erbrochenem geistert nun schon seit einiger Zeit in journalistischen Texten herum ohne dass es jemanden zu stoeren scheint.
Beispiel: “Deutschland ist der gefuehlte Fussball-Europameister.” Redakteur Egon Z. mag das so finden, stimmen tut es allenfalls in seinem Kopf. Oder: “Mit fast 90 ist Helmut Schmidt Deutschlands ‘coolster Kerl’ und gefühlter Bundespräsident.”
Haeh?
Das Beispiel mit dem Fussball ist erfunden, das mit Schmidt erschien neulich online beim Berliner Tagesspiegel.
Das Wort “gefuehlte” als Adjektiv gibt es gar nicht, weshalb es in Nachrichten- und Reportage-Texten ueberhaupt nichts zu suchen hat. Auch in Glossen und Editorials zeigt das Teil eher des Autors Unvermoegen und nicht etwa die postmoderne Schreibe eines Augusten Burroughs.
Die Redaktion der Capital Morgenpost appelliert deshalb an die deutschen Kollegen: Bitte quaelt uns nicht laenger mit dem gefuehlten Schwachsinn.
June 28, 2008
Mit Gott auf uns’rer Seite
Jon Stewart von der Daily Show nahm diese Woche den prominenten amerikanischen Super-Christen James Dobson auf’s Korn. Der gute Mann gruendete vor ein paar Jahrzehnten die Stiftung Focus on the Family, die sich, ganz in der zuechtigen evangelikanischen Tradition, dem Kampf gegen die Ketzereien des Alltags verschrieben hat.
Als saekulare Durchschnitts-Europaeer sind wir seit jeher fasziniert von der sonderbaren Welt der Evangelikalen. Angeblich haben die strengglaeubigen die Praesidentschaftswahlen 2000 und 2004 fuer George W. Bush entschieden. Also bedarf die Gedankenwelt der sauber gescheitelten, unsere Ansicht nach, einer etwas genaueren Betrachtung.
Die Themen, die einen ordentlichen Evangelikalen hier zur Weissglut treiben lassen sich auf eine Handvoll reduzieren, und die Kirchenfuehrer lassen keine Gelegenheit aus, sie ihrer Herde immer wieder vorzubeten: Das alltaegliche Bombardment rechtschaffener Buerger mit Pornos durch die Massenmedien, die rapide um sich greifende Verschwulung der Gesellschaft, und das blutige Geschaeft mit der Abtreibung.
Zum letzteren Thema gibt es in der Amerikanischen Gesellschaft, wie wohl auch in Deutschland, zwei Sichtweisen. Die eine, “Pro Choice”, besagt dass Frauen die Wahl haben sollten ihre Schwangerschaft vorzeitig zu beenden. Die andere ist “Pro Life,” (uebersetzt “Pro Leben”), wonach Schwangerschaftsabbrueche grundsaetzlich illegal sein sollten und ohnehin ein Schwelen in den ewigen Feuern der Hoelle nach sich ziehen.
Nach dem Genuss von John Stewarts Dobson-Witzen liessen wir uns heute dazu hinreissen, die Web Site des Gotteskriegers zu besuchen — und kamen aus dem Lachen nicht heraus.
Unseren des Englischen maechtigen Lesern moechten wir eine Stippvisite bei www.focusonthefamily.com dringend ans Herz legen. Hier ein paar Appetit-Haeppchen:
Da gibt es zum Beispiel das Stiftungseigene Magazin Citizen, das versucht mit “positiven christlichen Themen” Licht in das gottlose Dunkel unseres Zeitgeistes zu scheinen. Die Redakteure machen mit den folgenden Titelblaettern subtil deutlich, auf wessen Seite sie politisch stehen.
(Fuer unsere nicht-englischsprachigen Leser: Das linke Titelblatt zeigt den Leibhaftigen mit der Unterschrift “Ja, wir koennen . . . abtreiben” in Anlehnung an Luzifers Wahlkampfspruch “Yes we can”. Auf dem rechten Titel kuesst der Herrgott einen Saeuglingskopf, und die Unterschrit lautet “Wahrhaftig Pro Leben”.)
Wer noch ein wenig weiter auf der Seite herumstoebert stoesst auf den Jugend-Bestseller-Artikel “Wenn Gott mich liebt, warum geht’s mir so dreckig?”. Ausserdem immer wieder gern gelesen, Dobson’s Essay “Zwei Mamas ist eine zu viel”, erschienen im Dezember 2006 im Time Magazine.
Wir haben uns jedenfalls von der Web Site das “Himmlische Harmonie” Karaoke-Set bestellt — eine lustige Art fuer die Jugend von heute, christliche Gesaenge und Weihnachtslieder zu lernen.
Ein bischen Spass muss sein.
